Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 7/2011

 Der Stromerzeugungsmarkt im Wandel - Herausforderungen und Chancen im Kraftwerksbau

Marc Grünewald und Marc-Andre Drillose

Die Stromerzeuger stehen aktuell vor einer Reihe von Herausforderungen. Treibende Kräfte für die Entwicklung der Märkte sind dabei wesentlich der Klimaschutz sowie die Weiterentwicklungen bei den Erzeugungstechnologien. Dabei besteht ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Effizienz, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Für den weltweiten sowie den europäischen Stromerzeugungsmarkt werden die Situation analysiert und Zukunftsentwicklungen mit Problem- und Handlungsfeldern erörtert.

Neubau konventioneller Kraftwerke in Europa und EU-Regulierung: Übersicht und kritische Bewertung aktueller Gesetzesprojekte

Susanne Nies

Fünf Faktoren sind heute für den Bau neuer Kraftwerke ausschlaggebend: Die Nachfrage und ihre mittelfristigen Perspektiven; Einordnung in die Merit-Order im Kontext der Lastenfolgeanforderungen; Kapitalmarktbedingungen; Genehmigungsverfahren und gesellschaftliche Akzeptanz sowie die nationalstaatliche und europäische Regulierung. In diesem Kontext wird der u.a. aktuelle Rahmen der europäischen (EU) Regulierung vorgestellt. EURELECTRIC ist der Auffassung, dass die gesetzgeberischen Anreize einerseits die gesamteuropäischen Aspekte und andererseits den gemeinsamen Energiemarkt berücksichtigen müssen.

Der Wettbewerb um grüne Investitionen - weit-reichende Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien

Thorsten Schneiders und Cornelius Hoppe

Der Wettbewerb um „grüne Investitionen“ in der europäischen Stromversorgung hat begonnen. Zur Erfüllung ihrer Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien müssen die EU-Mitgliedsländer diese in allen drei Energiesektoren Strom, Wärme und Transport deutlich verstärken. Im Stromsektor sollen sich die Erzeugungskapazitäten verdoppeln. Die dazu erforderlichen Investitionen sind deutlich höher als das verfügbare Investitionsbudget sämtlicher europäischer Energieunternehmen. Daher muss ein geeigneter Rahmen geschaffen werden, der die Aspekte der finanziellen Förderung, den Netzzugang und die Genehmigungsverfahren abdeckt.

Konsequenzen der Schwachlastfahrweise für das gesamte Kohlekraftwerk

Wolfgang A. Benesch und Hermann Brüggendick

Aufgrund des wachsenden Anteils der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung ist davon auszugehen, dass konventionelle Kraftwerke zukünftig deutlich häufiger von Stillständen bzw. Schwachlastfahrweisen gekennzeichnet sind, um die Fluktuation der Erneuerbaren auszugleichen und damit wesentlich zur Stabilisierung der Übertragungsnetze beizutragen. Aus den daraus resultierenden Fahrweisen von Kohlekraftwerken ergeben sich Konsequenzen für die Handhabung der Kohle vor Ort, die Feuerung, die Turbine bis hin zu den Einrichtungen und Anlagen des Umweltschutzes. Wesentliche Aspekte hierzu werden vorgestellt und diskutiert.

Einsatz von Simulatoren zur virtuellen Inbetriebnahme der Hauptleittechnik bei Modernisierungsprojekten am Beispiel des Kraftwerks Neurath Block D der RWE Power AG

Heinz-Jürgen Wüllenweber, Jürgen Brunner und Ludger Küppers

Ausgehend von den positiven Erfahrungen beim Einsatz moderner Simulatorentwicklungssysteme und virtueller Leitsysteme für Schulungssimulatoren wurde die Inbetriebsetzung der Hauptleittechnik im Kraftwerk Neurath Block D an einem eigens hierfür erstellten Simulationssystem vorlaufend virtuell durchgeführt. Die gesetzten Projektziele wurden dabei weitgehend erreicht, und die Potenziale einer virtuellen Inbetriebsetzung konnten erstmalig nachweislich aufgezeigt werden.

Dampferzeuger mit zirkulierender Wirbelschichtfeuerung (ZWSF) in China - Modernes Design und Betriebserfahrungen

Hairui Yang, Guangxi Yue, Hai Zhang und Junfu Lu

Design, Betriebsergebnisse sowie verringerter Eigenenergiebedarf von Dampferzeugern mit zirkulierender Wirbelschichtfeuerung (ZWSF) in China werden vorgestellt. Basierend auf der Specific-State-Design-Theorie werden Dampferzeuger mit ZWSF für einen bestimmten Fluidisierungsbereich ausgelegt und in diesem Bereich durch Anpassung des Druckverlustes innerhalb der Schicht und der Qualität des Bettinventars betrieben. Exemplarisch wird die Anwendung des Verfahrens für einen 75-t/h- und einen 300-MWe-ZWSF-Kessel beschrieben.

Effiziente Dampfkesselanlagen für industrielle Heiz- und Heizkraftwerke sowie Hilfskesselanlagen für Kraftwerke

Wolfgang Sobbe, Johannes Janzen, Michael Schiemann und Harald Braun

Die Aufgabenstellung für die Projektierung einer Dampfkesselanlage im Rahmen von Neubauten oder Modernisierungen wird aus der Bedarfsanalyse und dem gewählten Versorgungskonzept abgeleitet. Die aktuellen Rahmenbedingungen führen zu einer höheren Nachfrage nach Abhitzekesseln mit zudem vermehrter Nachfrage für die Auslegung für preiswertere Brennstoffe. Dazu werden Lösungskonzepte unterschiedlich beheizter Dampfkesselanlagen vorgestellt.

Anpassung der Rauchgasreinigung bei Mitverbrennung anhand von Beispielen

Martin Sindram und Diethelm Walther

Die Mitverbrennung eröffnet eine breite Palette an nutzbaren Brennstoffen. Dabei können häufig wesentliche Veränderungen der bekannten Abgaskonzentrationen, -zusammensetzung und Grenzwerte auftreten. An die Rauchgasreinigung werden in der Folge erhöhte Anforderungen gestellt. Für die trockene Rauchgasreinigung sowie nasse Verfahren werden Anforderungen und Ergebnisse ebenso diskutiert wie für die für Mitverbrennung prädestinierten Wirbelschichtfeuerungen.

Chemische Aspekte der Klärschlamm-mitverbrennung - Anpassung an gesetzliche Neuerungen in Österreich

Manuela Dissauer und Werner Schöngrundner

Durch die österreichische nationale Abfallverbrennungsverordnung (AVV) werden beim Einsatz von Ersatzbrennstoffen in Mitverbrennungsanlagen die Emissionen in die Luft begrenzt. Es findet jedoch keine Limitierung der Schadstofffrachten in den Einsatzstoffen oder in den Reststoffen statt. Die Anforderungen an die Qualität von Ersatzbrennstoffen werden mit der am 1.1.2011 in Kraft getretenen Integration der Richtlinie für Ersatzbrennstoffe (RL-EBS) in die AVV umgesetzt, wobei die neuen Anforderungen spätestens zum 1.1.2012 umzusetzen sind.

Analytische Herausforderungen bei der Bilanzierung von Spurenelementen in Großfeuerungsanlagen

Joachim Tembrink und Dirk Porbatzki

Im Rahmen von Genehmigungsverfahren zum Einsatz von Zusatzbrennstoffen und Reststoffen in Kohlekraftwerken wird häufig von den Behörden die Erstellung einer Spurenelementbilanz verlangt. Die Bilanz erlaubt eine elementspezifische Auswertung des Emissionsverhaltens in einer bestimmten Anlage und zeigt den Verbleib der eingetragenen Spurenelemente in den Nebenproduktströmen auf. Aus der Bilanz können Transferfaktoren für einzelne Elemente errechnet werden, die gegebenenfalls auch die Übertragung der Messergebnisse auf weitere Einsatzprodukte zulassen.

Ursache und Wirkung: Neue Entwicklungen beim Erkennen von Risiken und Sicherheits-management in britischen Kohlekraftwerken

Paul James, Mike Hawkes und Paul McCulloch

Die Mehrheit der britischen EVU betreibt einen älteren Kraftwerkspark, der in den letzten zwanzig Jahren überwiegend im zyklischen Betrieb im Einsatz war. Veränderte Betriebsweisen erfordern heute Untersuchungen, um „Best practice“ sicher zu stellen. Dazu werden Grundlagen des Sicherheits-Risikomanagements (Prozesssicherheits-Management) betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf der Identifizierung, der Analyse und dem Management der Prozesssicherheitsrisiken mit zwar seltenem Auftreten, aber dafür weitreichende Konsequenzen. Das entwickelte neue Verfahren wurde in das bereits existierende Sicherheitsmanagement von E.ON UK eingebunden.

Montageeinsätze in der Braunkohlenindustrie - Handlungsfeld für Arbeitsschutz

Norbert Roskopf

Der zunehmend verstärkte Einsatz von Fremdfirmen in der Braunkohlenindustrie stellt sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer vor neue Herausforderungen und Aufgaben im Arbeitsschutz. Zusätzliche Anstrengungen hinsichtlich Information, Kommunikation, Koordination und Vergewisserung sind erforderlich. Qualitative Unterschiede im Arbeitsschutz der Auftragnehmer können durch Hilfestellungen seitens des Auftraggebers ausgeglichen werden. Der Auftragnehmer ist seinerseits gefordert, das Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz als Führungsaufgabe verstärkt wahrzunehmen. Eine Kampagne der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) sensibilisiert aktuell zu diesem Thema u.a. im Web unter: http://hw.osha.europa.eu

Aspekte im Umgang mit Partnerfirmen  im Arbeitsschutz

Harald Gröner, Ansgar Roelofs und Ulrich Hank

Arbeitsschutz im Unternehmen ist ein hochrangiges Ziel, das auch im Umgang mit Partnerfirmen verbindlich ist. Grundlegende Voraussetzung für einen guten Arbeitsschutz der bei RWE eingesetzten Partnerfirmen ist deren Einbindung in das bestehende Arbeitsschutz-Management-System. Basis bildet die Arbeitsschutzpolitik der RWE Power mit verbind¬lichen Prinzipien. Zur Umsetzung wurden entlang des Prozesses des Lieferantenmanagements, von der Auswahl bis zur Abnahme von Fremdleistungen, in allen Bereichen Möglichkeiten und Anforderungen zum Arbeitsschutz identifiziert und entwickelt.

Technische Anlagen-Dokumentation für Kraftwerke - Herausforderungen und erste Erfahrungen mit der neuen VGB-R 171

Stefan Ostrowski und Jörg Richnow

Mit der Lieferung von Kraftwerksanlagen, -Teilanlagen und deren einzelnen Ausrüstungen im Rahmen von Projekten und bei Einzelaufträgen ist auch die Lieferung der für die Betriebsführung und Instandhaltung erforderlichen Dokumentation verknüpft. Aufgrund der gesetzlichen sowie abwicklungstechnischen Entwicklungen der letzten Jahre wurde die VGB-Richtlinie VGB-R 171 für die Lieferung der technischen Dokumentation umfassend überarbeitet und aktualisiert. Mit dieser Richtlinie ist ein praxisnaher Standard geschaffen, der alle wesentlichen Fragestellungen, die bei der Lieferung und Abnahme der technischen Dokumentation auftreten, möglichst präzise beantwortet.