Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 7/2012

Schnittstellenmanagement in der Turbosatzinstandhaltung in den Steinkohle- und Gaskraftwerken der RWE Power AG

Andreas Hinterthan, Bruno Schroeder und Sebastian Buchwald

Die Veränderungen auf dem Energiemarkt verdeutlichen die Notwendigkeit für die Betreiber, die komponentenspezifischen Instandhaltungsstrategien kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Ziel ist die Sicherstellung einer jederzeit bedarfsgerechten und kostengünstigen Instandhaltung. Bei RWE Power wurden in der Sparte Steinkohle/Gas bereits etwa ab Mitte der 1990er Jahre Möglichkeiten erarbeitet, wie Instandhaltungsstrategien insbesondere auch bei Dampf- und Gasturbosätzen optimiert werden können. Unter anderem das Schnittstellenmanagement mit den Beteiligten ist eine neue Herausforderung für die Strategien vorgestellt werden.

Ganzheitliches Konzept von der Revisionsplanung und Durchführung

Björn Sude

Wandelnden Anforderungen des Energiemarkts trägt Fortum durch kontinuierlich verbesserte Prozesse des Revisionsmanagements im Trianel Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Hamm Rechnung. Zustandsbewertungen, ebenso wie langfristig geplante Investitionsprojekte finden im gleichen Maße Berücksichtigung bei den Revisionsplanungen wie präventive Instandhaltungsmaßnahmen oder Befunde vorangegangener Inspektionen. Arbeiten werden aus verschiedenen Aufgabenpools ermittelt und zur Auftragsabwicklung übergeben. Erkenntnisse aus den Arbeiten, Inspektionen sind wiederum ein Informationslieferant für zukünftige Maßnahmen.

Der neue VGB-Standard: Kennzahlen und Checklisten zur Strukturierung und Optimierung der Prozesse in der Instandhaltung

Burkhard Cramer und Michael Lux

Als Ergebnis von Strategiefindungsgesprächen zum Thema „Praktikable Kennzahlen für die Prozesse in der Instandhaltung“ beauftragte der VGB-Fachausschuss „Instandhaltungsmanagement“ einen Arbeitskreis zur tiefer gehenden Bearbeitung. Ergebnis sind Kennzahlen, die eine wirkliche Unterstützung des technischen Instandhaltungspersonals bei der Abarbeitung ihrer Aufgaben liefern und nicht ausschließlich zur Überwachung und Messung von Finanzströmen dienen. Weiteres Optimierungspotenzial liefern Checklisten, die eine strukturierte Abarbeitung von Instandhaltungsprozessen unterstützen.

Schäden an Triebsträngen von Windenergieanlagen

Thomas Griggel und Thomas Gellermann

Mit der Ausweitung der Nutzung der Windkraft zur Energiegewinnung sind neue technische Probleme und Herausforderungen verbunden. Die Allianz Risk Consulting GmbH (Allianz Zentrum für Technik, AZT) untersucht seit Anfang der 1990er Jahre Schäden an Windenergieanlagen. Ein Gebiet bilden Schadenuntersuchungen an Triebsträngen von Windenergieanlagen insbesondere zu Rotorlagern und Hauptgetrieben. Untersuchungsergebnisse zu Verzahnungen und Wälzlagern werden vorgestellt. Aus Schadensursachen lassen sich Schadenschwerpunkte im Bereich des Triebstrangs herausarbeiten.

Technologie für die größte Offshore-Windkraftanlage der Welt

Markus Rieck

Die Offshore-Windstromerzeugung expandiert derzeit in Nordeuropa sehr stark. Eine signifikante Entwicklung der Märkte in Nordamerika und Asien wird erwartet. Im Rahmen einer Ausschreibung der französischen Regierung mit dem Ziel, Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW vor der französischen Küste zu installieren, hat Alstom die Windkraftanlage Haliade™ 150-6MW entwickelt. Diese größte Windkraftanlage der Welt wurde erstmals im Frühjahr 2012 in Le Carnet, Frankreich, in Betrieb genommen. Die Vorserienproduktion ist für 2013 geplant, mit der Serienproduktion soll 2014 begonnen werden.

Kundenorientierter Service als Wertbeitrag für WEA-Betreiber

Uli Schulze Südhoff

Das Wachstum des europäischen Onshore-Windenergiemarktes hat sich in letzter Zeit deutlich verlangsamt, was nicht zuletzt auf Verunsicherungen durch die Stromtarifpolitik und eine ebenfalls unsichere Entwicklung der europäischen Finanzierungskonditionen zurückzuführen ist. WEA-Betreiber in Europa suchen daher nach neuen Wegen und Möglichkeiten, um zusätzlichen Mehrwert aus ihren bereits bestehenden Anlagen zu gewinnen. Business-Modelle für Betriebsführung und Wartung (O&M) stehen daher auf dem Prüfstand. So ist Service holistischer zu betrachten und anstelle einer eher reaktiven Wartungspolitik sind proaktive Strategien zu entwickeln, die verstärkt „Asset Management“ in den Vordergrund rücken.

Instandsetzung der Kessel 1 und 2 des Kraftwerks Ataka

Martin Pogoreutz, Theo Bauer und Mahmoud Balbaa

Vorgestellt wird die Strategie zur Instandhaltung der beiden öl- bzw. gasbefeuerten Kessel 1 und 2 des Kraftwerkes Ataka in Suez/Ägypten. Die Instandhaltung der beiden in den 1980er errichteten Blöcke mit einer Nennleistung von je 150 MWe war aufgrund von Leistungseinbußen und geringer Verfügbarkeiten notwendig geworden. Ziel war nach mehr als 30-jährigem Betrieb ein wieder zuverlässig Betrieb mit der ursprünglichen Nennlast. Spezifische Randbedingungen für die Umsetzung der Instandhaltung sowie die Einzelmaßnahmen werden vorgestellt.

Mobiles Betriebsauswuchten reduziert Schwingungen in Energie- und Kraftwerksanlagen

Edwin Becker

Rotierende Komponenten in Energie- und Kraftwerksanlagen sind komplexe schwingungsfähige Systeme. Zur Gewährleistung einer möglichst hohen Lebensdauer sollten sowohl Gehäuseschwingungen als auch Wellenschwingungen an diesen Komponenten so gering wie möglich sein. Unwuchten an Rotoren sind dabei eine häufige Quelle unerwünschter Schwingungsanregungen bis zu zerstörerischen Resonanzeffekten. Bei neu montierten oder modifizierten Rotoren ist deshalb die Auswuchtgüte messtechnisch zu kontrollieren und falls notwendig zu verbessern. Das mobile Betriebsauswuchten mit VIBXPERT oder SmartBalancer gilt zurzeit als eines der effizientesten Verfahren, um Resonanzanregungen proaktiv zu reduzieren und sogar zu vermeiden.

Innovative Methoden zur Aufrechterhaltung und Überwachung der Transportkonservierung bei Turbogeneratoren

Sascha Rodriguez, Rainer Pfohl, Hossein Safari, Roland Dubois und Stephan Wittner

Komponenten für moderne Kraftwerke werden heute nahezu überall auf der Welt produziert. Damit sie ihre Bestimmungsorte pünktlich und in einwandfreiem Zustand erreichen, ist eine durchdachte Logistik erforderlich. Das gilt für Versandarten auf Land ebenso, wie für Transporte auf dem Seeweg. Besondere Herausforderung beim Transport aber bei einer Lagerung sind die Konservierung und die lückenlose Überwachung der Komponenten. Anhand eines Generator-Stators wird vorgestellt, wie Kraftwerkskomponenten sicher von der Werkhalle bis zur Baustelle oder der Lagerstätte konserviert werden können.

SABS - Sicherheitsabschottung für fossil befeuerte Dampferzeuger

Sven Lohmann, Axel Pauly und Thomas Furth

Die Sicherheitsabschottung (SABS® - Shield for Accelerated Boiler Service) ist ein neu entwickeltes Schutzsystem für die Gewährleistung eines geschützten Arbeitsbereiches in verschiedensten Bereichen einer Kraftwerksanlage. Der Bereich unterhalb der Sicherheitseinrichtung wird dabei vor herabfallenden Materialien und Gegenständen geschützt. SABS® besteht aus einem flexiblen, aufspannbaren Spezialgewebe, das die gesamte Querschnittsfläche des Arbeitsbereiches überspannt und den darunter befindlichen Arbeitsraum schützt.

Monitoring von Umspannwerk und Netzeinspeisung für die erhöhte Verfügbarkeit eines Windparks

Maik Koch

Im Bereich der Windkraftanlagen sind CMS (Condition Monitoring Systems) vor allem Systeme zur Analyse von Schwingungen. Neben den mechanischen Komponenten leisten auch die elektrischen einen wesentlichen Beitrag zur Anlagensicherheit oder auch zu Ausfällen. Dazu trägt insbesondere das Umspannwerk zur Netzeinspeisung bei. Verfahren zum Monitoring der Durchführungen eines Transformators und zu Teilentladungen in Kabelstrecken werden vorgestellt. Mit einem neuen Messverfahren für Durchführungen wird eine so präzise Genauigkeit erreicht, dass sich sogar die periodische Überprüfung im ausgeschalteten Zustand vermeiden lässt.

Hocheffiziente Filtration in trockenen und halbtrockenen Rauchgasentschwefelungsanlagen

Florin Popovici

Halbtrockene und trockene Rauchgasreinigungsanlagen von Kraftwerken werden durchweg in Verbindung mit einem Gewebefilter betrieben. Filtermedien aus Polymerfasern sind im Hinblick auf ihre chemische und thermische Beständigkeit sowie der geforderten Emissionsgrenzwerte optimiert. Der Einfluss spezifischer Fasereigenschaften wie Querschnitt und Titer in Verbindung mit den filtrationsrelevanten Eigenschaften und der entsprechenden chemischen und thermischen Stabilität in Filtern nach trockenen und halbtrockenen Entschwefelungsverfahren in kohlegefeuerten Kesseln wird zusammengefasst. Weiterführend werden Referenzanlagen mit trockener und halbtrockener Entschwefelung vorgestellt.

Problemlösung bei der Leistungsverringerung in der Umkehrosmose

Jan J.J. Soons

Für die Abnahme der Leistung von RO-Membranen (reverse osmosis) gibt es verschiedenste Ursachen. Daher erfordert jede Problemlösung ein anderes Vorgehen bei der Diagnose der möglichen Ursachen. Zwei der Hauptfaktoren sind die Qualität des Speisewassers (Vorbehandlung ist möglich, um Foulingagenten vom Zulauf zu entfernen) und die Betriebsbedingungen. Tritt Fouling auf, nehmen TMP und Reinigungsergiebigkeit zu, die Qualität des Abwassers und die Lebensdauer der Membranen hingegen ab. Die vier Hauptarten von Fouling werden behandelt und deren Auswirkungen bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen diskutiert. Ergebnisse einer Untersuchung über ein vollständiges RO-System einer Entionisierungsanlage werden präsentiert. Festgestellt wurde, dass nicht nur Biofouling, sondern auch die „Scaling-Prozesse“ von wesentlicher Bedeutung sind.