Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 9/2008

Kurzbericht über die Tätigkeit der VGB PowerTech e.V. 2007/2008

Karl A. Theis

VGB PowerTech e.V., kurz VGB, ist der europäische Fachverband der Strom- und Wärmeerzeugung. Die in diesem Bericht zusammengefasste Arbeit von VGB lebt wesentlich von den Unterstützern und Mitarbeitern in den Unternehmen und der Geschäftsstelle, die z. B. die Ausschusstätigkeiten der Competence Center „Kernkraftwerke“, „Fossil befeuerte Kraftwerke“, „Erneuerbare Energien/Dezentrale Erzeugung“ und „Umwelttechnik, Chemie, Sicherheit und Gesundheit“ leiten und betreuen. Bei der Kraftwerksforschung bringt sich VGB über die VGB-Forschungsstiftung ein und fördert wichtige Themen aus Mitteln der fördernden Unternehmen. Zusätzlich zu diesen Arbeiten veranstaltet VGB Seminare, Fachtagungen, Konferenzen und den jährlich stattfindenden Kongress „Kraftwerke“. Diese Tagungen sind weitere Plattformen des internationalen Erfahrungsaustausches – und nicht zuletzt auch diese Fachzeitschrift.

Neue Schulungssimulatoren moderner Kohlekraftwerke bei der KRAFTWERKSSCHULE E.V.

Martin Kröck, Klaus Fehse und Heinrich Nacke

Die KRAFTWERKSSCHULE E.V. (KWS) betreibt seit mehr als 20 Jahren Schulungssimulatoren für fossilbefeuerte Kraftwerke. Im Zuge der gegenwärtigen Neubauprojekte von Kraftwerken mit überkritischen Dampferzeugern der 800-MW- und 1100-MW-Klasse besteht ein größer werdender Bedarf, das Bedienpersonal dieser Kraftwerke an entsprechenden Simulatoren schulen zu können. Entsprechende neue Schulungssimulatoren werden bei der KWS aktuell eingeführt.

Windenergie – FuE-Erfordernisse und Ergebnisse

Hermann-Josef Wagner und Alexa Epe

Das Potential der Windenergie erweitert sich durch die Errichtung von Offshore-Windparks. Begleitende Forschungsarbeiten sind dabei erforderlich. Forschungsfelder behandeln z. B. die Frage der Nachhaltigkeit von Windenergie mittels Lebenszyklusanalysen und die Berechnung des Kumulierten Energieaufwandes. Des Weiteren werden Modellrechnungen durchgeführt, um Aussagen zur optimierten Zusammensetzung des künftigen Kraftwerksparks treffen zu können.

Energiemix aus konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energieträgern – Die Stromversorgung der Zukunft

Wolfgang Schröppel

Drei Optionen für einen zukünftigen Energiemix für Deutschland werden aufgezeigt. Die erneuerbaren Energien werden gemäß den Szenarien einen wichtigen Beitrag zum zukünftigen Energiemix leisten. Die Frage nach der Kernkraft muss unter den Aspekten der CO2-Vermeidung, der verfügbaren Ressourcen und der Abhängigkeit von Dritten neu diskutiert werden. Öl und Gas scheiden langfristig als Primärenergieträger aus. Ein „Königsweg“ ist nicht erreichbar, aber mit Kompromissen lassen sich gangbare Wege finden.

Erhöhung der Verfügbarkeit von Windenergieanlagen – Erste Ergebnisse des Verbundprojekts

Harald Jung und Klaus Pfeiffer

Erste Ergebnisse eines vom BMU geförderten Verbundprojektes mit dem Kurzbezeichnung EVW werden dargestellt. Globale Ziele des Vorhabens sind die Erhöhung und Stabilisierung der Anlagenverfügbarkeit sowie die Senkung der Unterhaltungskosten insbesondere für ungeplante Instandhaltungen von Windenergieanlagen. Der grundlegende methodische Ansatz des Projektes orientiert sich an der zuverlässigkeitsbezogenen Optimierung von Betriebs- und Instandhaltungsprozessen.

On- und Offshore-Windenergieanlagen – Anforderungen aus Sicht der Betreiber –

Axel Ringhandt, Peter Steinfeld, Walter Sucrow und Ulrich Langnickel

Um das Ziel der Europäischen Kommission, den Anteil der erneuerbaren Energien maßgeblich zu erhöhen, erfüllen zu können, ist es mit Blick auf die Nutzung der Windenergie erforderlich, den Betrieb der Windenergieanlagen zu „professionalisieren“ und an den Vorgaben, die sich im konventionellen Kraftwerksbereich bewährt haben, anzupassen. Der international besetzte Arbeitskreis „Wind Energy“ der VGB PowerTech e.V. hat hierzu die Anforderungen aus Sicht der Betreiber formuliert und bereits entsprechende Maßnahmen zu deren Umsetzung entwickelt.

Klimaschutzengagement bei Mark-E

Arndt Bohrer und Hans-Uwe Schöpp

Eine besondere Verantwortung im Hinblick auf Klimaschutz tragen die Energieversorgungsunternehmen. Dieser Verantwortung ist Mark-E sich bewusst und hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß pro erzeugter kWh bis Ende 2008 um mindestens 30 % im Vergleich zum Ausstoß aus dem Jahr 2000 zu reduzieren. Zusätzlich engagiert sich Mark-E in der Erprobung und Anwendung innovativer Zukunftstechnologien.

Abschätzung von Revisionszyklen bei PSW infolge modifizierter Betriebsweise

Kurt Klein, Peter Nowicki, Frank Pöhler und Joachim Klein

Bei Pumpspeicherwerken gab es Bemühungen, die Revisionszyklen zu verlängern, und es zeigten sich gleichzeitig für zahlreiche Anlagen deutliche Änderungen der Einsatzweise. Die veränderten Betriebsbedingungen führen bei wesentlichen Bauteilen zu höheren Belastungen und erhöhtem Verschleiß und stehen im Widerspruch zur Verlängerung von Revisionszyklen. Zur weiteren Optimierung von Instandhaltungsstrategien hat der VGB-Fachausschuss Wasserkraft ein praktikables Werkzeug zur Abschätzung des Lebensdauerverbrauches bei veränderten Betriebsbedingungen entwickelt.

Netznutzungsentgelte für Pumpspeicher-Kraftwerke

Harald Krebs und Dirk Ermlich

Mit Wirkung zum 1. Januar 2008 gab die Bundesnetzagentur (BNetzA) allen vier Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) die Erhebung von Netznutzungsentgelten (NNE) für Pumparbeit auf. Die Konsequenzen der Netzentgeltpflichtigkeit für die betroffenen Akteure werden aufgezeigt. Es wird gezeigt, dass gute Gründe für die ursprüngliche, über viele Jahrzehnte im In- und Ausland praktizierte Netzentgeltfreiheit sprechen.

Moderne Zerstörungsfreie Prüfmethoden für das Prüfen von Turbinenschaufeln und Schaufelfüßen im Dampfturbinenservice

Hans Rauschenbach, Michael Siegel und Laurent Capponi

An den hoch beanspruchten Komponenten von Turbosätzen werden während planmäßiger Revisionen zerstörungsfreie Prüfungen durchgeführt, um eventuell entstandene Schädigungen sicher aufzufinden, bevor ein Versagen des Bauteils zu schweren Folgeschäden führt. Beispiele von zerstörungsfreien Prüftechniken an Turbinenschaufelfüßen und Schaufelbefestigungsnuten, die von Siemens Energy entwickelt und bereits im Turbinenservice eingeführt wurden, werden vorgestellt.

Perspektiven der deutschen Braunkohlenindustrie 2008

Matthias Hartung

Die deutschen Braunkohlenunternehmen haben im Jahr 2007 wirtschaftlich erfolgreich produziert und zugleich an der Zukunftsgestaltung gearbeitet. Die Kohleförderung lag mit rund 180 Mill. t auf hohem Niveau. Etwa 12,5 Mill. t Rohbraunkohle wurden in den Veredlungsbetrieben eingesetzt. Erneut war die Verstromung mit gut 93 % das bestimmende Absatzgebiet, und die Braunkohle wurde 2007 mit rund 25 % Anteil der wichtigste Energieträger in der deutschen Stromerzeugung. Mit den in Bau befindlichen neuen Kraftwerken, z. B. im Rheinland die BoA-2/3-Blöcke, und der Entwicklung neuer Technologien zeigt auch die Braunkohlenindustrie durch Investitionen und FuE ihr zukunftsgerichtetes innovatives Handeln.

 Erfahrungen über die Auswirkungen von Know-how-Verlust in der Leittechnik, begrenzter Planungskapazität und Lieferengpässen auf ESKOM-Projekte

John Viljoen und Jacobus Johannes Veldman

In den vergangenen Jahren hat sich die Mitarbeiterstruktur bei ESKOM erheblich verändert. Heute setzt ESKOM diverse Strategien um, um den unterschiedlichen Problemen des Know-how-Verlustes entgegenzuwirken. Hierzu zählen die Einführung einer besser standardisierten Vorgehensweise, eine stringentere Projektabwicklung, die Einführung von Wissensmanagement-Methoden, die Einrichtung einer zentralen Aufsichtsfunktion sowie die Implementierung fortschrittlicher Daten/Informationsmanagement-Methoden.

Einsatz von IR-Feuerraumkameras zur Lokalisierung von Brennkammerverschmutzungen und zur Lebensdauerüberwachung im Zeitstandsbereich betriebener Brennkammer-Wandheizflächen

Ralf Koschack, Norbert Paßmann, Roland Imhof, Bernhard Hoffmann, Günter Hoven und Jürgen Grabig

In kohlenstaubbefeuerten Dampferzeugern ermöglichen Infrarot-Feuerraumkameras die Aufnahme von Wärmebildern der Brennkammerwandheizflächen. Im Wärmebild sind verschmutzte Heizflächenbereiche anhand ihrer erhöhten Oberflächentemperatur zuverlässig zu lokalisieren, was eine gezielte, bedarfsgesteuerte Heizflächenreinigung ermöglicht. Ein weiteres Einsatzgebiet von Infrarot-Feuerraumkameras eröffnet sich an derzeit in Bau befindlichen, für überkritische Dampfparameter ausgelegten Anlagen, an denen die erste Überhitzerstufe als Membranwand ausgeführt wird.

Oxidation von Stählen und Beschichtungen während der Auslagerung in einem Bypass eines Dampfkraftwerks bei 605 bis 637 °C: Richtigstellung und Untersuchung der Morphologie der Schichten

Reinhard Knödler, Stefan Straub und Brendon Scarlin

Im Rahmen des Programms KOMET 650 wurden Materialien für Dampfturbinen in einem Bypass bei Temperaturen zwischen 605 und 637 °C ausgelagert. Nach einer Betriebszeit von 21.700 h wurden die entsprechenden Stahlproben entnommen und detailliert untersucht. In der von den Autoren verfassten früheren Veröffentlichung – VGB PowerTech 88 (2008), H. 3, S. 59 – wurde irrtümlicherweise geschrieben, dass die 9 %-Cr Stähle nicht im Temperaturbereich > 600 °C eingesetzt werden können. Diese Aussage bezieht sich ausschließlich auf die Anwendung als Turbinenschaufeln.