Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 8/2012

Ein fast perfekter Umzug einer Dampfturbine/Generatoreinheit

Tomi Dewes, T. Vuorinen und M. Hietela

Die Aufgabe des vorgestellten Projekts bestand in der Demontage einer gebrauchten, ca. 20 Jahre alten Dampfturbine/Generatoreinheit in Frankreich und dem Transport zum neuen Standort in Schweden. Um einen weiteren langjährigen Betrieb zuverlässig sicherzustellen, sollte die Einheit zudem gründlich überholt werden. Diese erfolgte in Finnland, von wo aus, nach Abschluss von Inspektion, Hauptrevision sowie einer umfassenden leittechnischen Modernisierung, die Maschine zum endgültigen Einsatzort transportiert wurde.

Modernisierung der Dampfturbinen und Kondensatoren im Kohlekraftwerk Ibbenbüren

John Walsh und Roland Sommer

Im Jahre 2009 fand im seit 1985 in Betrieb befindlichen Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren der RWE Power AG die Modernisierung der Hoch-, Mittel- und Niederdruckdampfturbinen und der beiden Kondensatoren statt, wobei die neuesten Turbinen- und Kondensatorentechnologien eingesetzt wurden. Die Modernisierungsmaßnahmen waren das Ergebnis einer detaillierten Analyse des Kraftwerks, welche gemeinsam von RWE und Siemens zuvor durchgeführt wurde. Unter anderem wurde nach abgeschlossener Modernisierung eine Mehrleistung von 86 MW erreicht.

Laseraufmessung von Turbinenbauteilen

Martin Breindl

Im Rahmen von Ersatzteillieferungen und komplexen Umbauten an Turbinen ist die exakte Geometriekenntnis unabdingbar. Diese zu ermitteln bedeutet enormen zeitlichen und organisatorischen Aufwand. Seit 2007 beschäftigt sich TMS Turbomaschienservice mit den in anderen Industrien dazu eingeführten Lasertracker. Im Rahmen des Umbaus einer Dampfturbine startete TMS im Jahr 2008 das Pilotprojekt „Laseraufmessung an Turbinenbauteilen“. Der Bericht beschreibt Einsatzgebiete, Technik, Messmethode, Datenverarbeitung, Beispiele und die daraus resultierenden Vorteile.

Untersuchung und Verbesserung des Schwingungsverhaltens der Endstufenschaufeln des ND37 A

Pierre-Alain Masserey, Ivan McBean und Huascar Lorini

Untersuchungen von Alstom zur Bestimmung der Ursachen von vereinzelten Rissbefunden an den Schaufelfüßen der ND37 Baureihe sowie der hieraus resultierenden Maßnahmen werden zusammengefasst und diskutiert. Als Ergebnis der Untersuchungen wurden Modifikationen durchgeführt, um das Risiko abzuschwächen, indem die Endstufenschaufeln bewusst verstimmt eingestellt wurden. Die Effektivität der Maßnahmen konnte validiert werden, und die Veränderungen wurden an verschiedenen Dampfturbinen erfolgreich durchgeführt.

Flugasche im Kraftwerksbau - Betonarbeiten für den Neubau des Blocks 9 des Kraftwerks Mannheim

Rolf Scheinost

Die Grosskraftwerk Mannheim Aktiengesellschaft (GKM) plant, einen der modernsten Steinkohleblöcke zu bauen. Für diesen Block 9 sollen dabei insgesamt ca. 160.000 m3 Beton verbaut werden. Für die unterschiedlichen Betone werden dabei vsl. 16.500 m3 Flugasche verwendet. Die eingesetzte Flugasche ist ein Nebenprodukt des GKM, das seit 25 Jahren zertifizierte Flugasche erzeugt. Flugasche hat eine Reihe von Eigenschaften die den Einsatz, insbesondere bei Beton im Kraftwerksbereich, sowohl technisch, wie auch wirtschaftlich sinnvoll machen.

Regelwerke zur Verwendung von Flugasche für Beton - Heute, morgen und übermorgen!

U. Wiens und Hans-Joachim Feuerborn

Die aktuellen Änderungen in den Produktnormen für Flugasche für Beton EN 450-1:2012 sowie die Anpassungen der europäischen und nationalen Verwendungsregeln werden behandelt. Die Anwendungsregeln gemäß der europäischen Betonnorm EN 206 (Revision 2013) werden derzeit überarbeitet. Weiterhin werden die Auswirkungen der neuen Bauproduktenverordnung auf die CE-Kennzeichnung von Flugasche erläutert und ein allgemeiner Überblick über die Arbeiten an harmonisierten Prüfvorschriften zur Bestimmung der Freisetzung von gefährlichen Stoffen aus Bauprodukten gegeben.

Bestimmung von Aschegehalt und Heizwert von Kohle direkt auf dem Förderband

Jürgen Wess

Unter den Multielementverfahren der instrumentellen Analytik nimmt die Neutronenaktivierungsanalyse eine Sonderstellung ein. Sie ist in der Lage, auch dicke Probenschichten zu durchdringen und somit ganze Massenströme - wie auf einem Förderband transportierte Kohle - online zu erfassen. Durch eine gepulste Neutronenerzeugung ist die Bestimmung von Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff möglich ist. Somit lasen sich in einer Methode die Aschebildner und damit der Gesamtaschegehalt sowie die Heizwerte aus den Komponenten der leichten Elemente über Rechenmodelle bestimmen.

Vom Mainwasser zum Kesselspeisewasser

Ivonne Haferland

Infraserv Höchst betreibt die zentralen Wasser­aufbereitungsanlagen des Industrieparks Höchst. Dampf ist für die dort ansässige chemische und pharmazeutische Industrie einer der wichtigsten Energieträger. Der Großteil des produzierten VE-Wassers dient der Versorgung des Kraftwerks mit Kesselspeisewasser zur Dampfproduktion. Die erfolgreichen Ansiedlungs- und Wachstumsprojekte des Industrieparks machten 2009 den Neubau einer zusätzlichen Wasserentsalzungsanlage erforderlich, deren Projektierung, Technik und Betrieb vorgestellt werden.

Erfahrungen mit der Behandlung des Wasser/Dampf-Kreislaufes im ESB-Heizkraftwerk

Nehlsen Stavenhagen mit filmbildenden Aminen Bernd Kolander, André de Bache und Wolfgang Hater

Seit mehr als 4 Jahren erfolgt die Konditionierung des Wasser/Dampf-Kreislaufes im Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk Nehlsen Stavenhagen mit einem Konditionierungsmittel auf Basis filmbildender Amine. Die Wasser- und Dampfparameter entsprechen den Vorgaben der Richt­linien, bis auf der Säureleitfähigkeit des Dampfes, mit dem die Entnahme-Kondensations-Turbine angetrieben wird. Zur Klärung der Ursache erfolgten Labor- und Feldstudien wesentlicher Parameter. Ursachen konnten identifiziert werden. In Summe wird die Konditionierung des Wasser/Dampf-Kreislaufes mit filmbildenden Aminen als sehr zufriedenstellend bewertet.

Ein erfolgreiches Reinigungskonzept für die größte Umkehrosmoseanlage Deutschlands

Hermann Kempen und Ronald Zierau

Weiterentwicklungen im Bereich der Membranen und bei der chemischen Behandlung von Umkehrosmoseanlagen haben deren Effizienz und Betriebssicherheit deutlich verbessert. Bei Anlagen mit Speisung von Oberflächenwasser und bei Anlagen zum Wasserrecycling zeigen sich Ablagerungen auf den Membranen. Deren erfolgreiche chemische Reinigung ist dann eine notwendige Bedingung zur Gewährleistung von Qualität und Ausbeute des Permeats. Neue Reinigungskonzepte gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Ein solches Reinigungskonzept wird vorgestellt.

Langjährige Erfahrungen mit Umkehrosmosemembranen in drei verschiedenen Anlagen zur Prozesswassererzeugung

Peter Sehn

Umkehrosmosemembranen mit foulingresistenten Eigenschaften werden seit mehr als 10 Jahren zur Erzeugung von hochreinem Prozesswasser aus Flusswasser eingesetzt. Die in diesem Zeitraum gewonnenen Betriebserfahrungen werden anhand von 3 Anlagen diskutiert. Trotz gleicher Prozessführung gibt es Unterschiede im Foulingverhalten und in der Lebensdauer der Membranen bei diesen Anlagen. Gründe dafür werden vorgestellt und diskutiert.

Erfahrungen mit Polyaminen im Hochdruckdampfsystem eines Naphtha-Crackers - Vom neuen Konzept bis zum bewährten Prozess

Roy van Lier, Mark Gerards und Jo Savelkoul

Nach zehnjähriger Erfahrung mit Produkten auf Basis filmbildender Amine in Systemen mit niedrigeren Drücken am Petrochemie-Standort Geleen in den Niederlanden wurde im November 2005 die Konditionierung des 125-bar-Dampfsystems eines von SABICs Naphtha-Crackern erfolgreich von Ammoniak/Morpholin auf Polyamine umgestellt. Die über inzwischen 6 Jahre gesammelten positiven Erfahrungen mit filmbildenden Aminen werden beschrieben. Diese Technologie wird jetzt auch für den Hochdruckdampfkreis in Olefinanlagen als etabliert angesehen.