Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 9/2009

EDF verringert CO2-Emissionen

François Giger

Während die Kraftwerke der EDF in Frankreich im Mittel vergleichsweise wenig CO2 emittieren (40 g CO2/kWh), verursachen fossil-befeuerte Kraftwerke mit EDF-Beteiligung im Ausland rund 64 Mio. t CO2-Emissionen. Daher ist die Verringerung der CO2-Emissionen auch für EDF eine Herausforderung. Optionen dazu umfassen die Laststeuerung (DSM), die Entwicklung erneuerbarer Energien, Wirkungsgradsteigerungen, der Brennstoffwechsel von Kohle zu Gas, der Zubau von Kernkraftwerkskapazitäten und die CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage).

Der Klimawandel und Aktivitäten von EDF

Marta Nogaj, Damien Bilbault und Valery Vercellino

Die Veränderungen des Klimas, insbesondere wahrgenommen durch Extremereignisse, hat auch bedeutende Einflüsse auf den Sektor der Energieumwandlung. Die Beschäftigung mit Klimaveränderungen ist daher eine wichtige Zukunftsaufgabe. EDF hat dazu ein Forschungsprogramm aufgelegt, das wahrscheinliche Entwicklungen, die schädigenden Einflüsse und mögliche Maßnahmen betrachtet, mit dem Ziel, Folgen zu minimieren.

Pumpspeicherkraftwerke – Garanten für die Stabilität europäischer Übertragungsnetze

Kurt Klein und Josef Schernthanner

Pumpspeicherwerke leisten als einen unverzichtbaren Beitrag zur Spitzenlastdeckung und zur Stabilisierung der Stromnetze. Netznutzungsentgelte, ein höherer Unterhaltungsaufwand aufgrund geänderter Betriebsweisen und weitere Belastungen stellen auch Instandhaltungs- und Erneuerungsinvestitionen bestehender Pumpspeicherwerke infrage. Die Gefahr einer Verdrängung der Pumpspeicherkraftwerke aus dem Markt durch diese zusätzlichen finanziellen Belastungen kann nicht ausgeschlossen werden.

Optimierte Instandhaltung von Windparks

Tilman Gruber

Die Instandhaltung von Windparks wird neu konzipiert. In der Vergangenheit war sie vorwiegend reaktiv ohne eine enge Beteiligung des Anlagenbetreibers. In den letzten Jahren sind jedoch auch die großen EVU in den Betrieb von Windparks eingestiegen. Aus diesem Grund wird die Windparkinstandhaltung an die üblichen Kraftwerkstandards angenähert werden.

Verschleißschutz und Wiederherstellung von Getrieben und Lagern in Windkraftanlagen

Stefan Bill und Holger Fritsch

Das Lösen oder Verhindern von Getriebe- oder Lagerverschleiß gehört zu den großen Herausforderungen beim Betrieb von Windkraftanlagen. Da Schmierstoffe nicht in der Lage sind, Metalloberflächen in allen Betriebszuständen dauerhaft zu schützen, wurde dazu ein Produkt entwickelt, das die Oberflächenstruktur reibender Metallteile dauerhaft verbessert. Die erzielte Verbesserung der tribologischen Eigenschaften führt zur Lebensdauerverlängerung mechanischer Bauteile.

Entwicklungen der Bioenergie in einem inhomogenen Umfeld

Gerold Göttlicher

Das Ziel, bis 2020 mindestens 20% der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, benötigt auch einen größeren Beitrag der Bioenergie. Der tatsächliche Ausbau der Bioenergie ist mit vielen technischen Problemen und Schwierigkeiten bei der langfristig sicheren Beschaffung der Biomasse konfrontiert. Strukturen der Biomasseversorgung und der Energieanlagen in verschiedenen Nutzungspfaden und Partnerschaften mit anderen Biomassenutzern am Beispiel des Energieversorgers EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden vorgestellt.

SHCC-Entwicklung eines neuen Konzeptes für Solar-Hybrid-Kraftwerke

Stephan Heide, Uwe Gampe, Manfred Freimark, Ulrich Langnickel, Markus Beukenberg, Bernd Gericke, Reiner Buck und Stefano Giuliano

Mittelfristig können Solar-Hybrid-Combined-Cycle-(SHCC®)-Kraftwerke bei der ressourcenschonenden und bedarfsgerechten Stromerzeugung eine tragende Rolle übernehmen. SHCC-Kraftwerke sind gekennzeichnet durch die Einbindung solarer Hochtemperaturwärme in den Gasturbinenprozess und zusätzlich je nach Anlagenschaltung auch in den nachgeschalteten Dampfkreisprozess.

SGT5-8000H: Auslegungs- und Produkt-validierung im Irsching 4 Test Center

Willibald J. Fischer und Steven Abens

Die Entwicklung moderner Gasturbinen richtet sich stark nach den Erfordernissen des Marktes, technischen Innovationen und Umweltschutzaspekten. Kundenbedürfnisse und -vorteile waren die wesentlichen Treiber für die Entwicklung der neuen Siemens Gasturbine SGT5-8000H. Sie wurde für die 350- bis 400-MW-Klasse entwickelt. Die SGT5-8000H ist auf einen deregulierten Markt zugeschnitten und bietet durch das luftgekühlte Konzept entsprechende Vorteile. Die Testphase in Irsching 4 ist sehr erfolgreich verlaufen.

Erfahrungen aus der Inbetriebnahme und dem Versuchsbetrieb der Oxyfuel-Forschungsanlage von Vattenfall

Hubertus Altmann, Thomas Porsche und Uwe Burchhardt

Mit der Einführung der CCS-Technologien verfolgt Vattenfall das Ziel, die Oxyfuel-Technologie zur Marktreife zu entwickeln. Nach Technikumsanlagen wurde am Standort Schwarze Pumpe eine Pilotanlage mit 30 MW thermischer Leistung errichtet. Die Anlage ging im September 2008 in Betrieb. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Oxyfuelbetrieb sicher beherrschbar ist, alle Emissionsgrenzwerte werden erfüllt und die Projektwerte für Abscheidegrade und CO2-Reinheiten erreicht wurden.

Kraftwerkssimulatoren – Neue Potenziale für den wirtschaftlichen Erfolg

Axel Pechstein und Heinz-Gerd Blank

Der Einsatz von Simulatoren sowohl in der beruflichen Erstausbildung als auch in der beruflichen Weiterbildung ist in vielen Bereichen ein etablierter Standard. Die Untersuchung des VGB-Arbeitskreises „Ausbildung von Kraftwerkspersonal“ hat die Notwendigkeit der standardmäßigen Nutzung von Simulatoren in der Qualifikation des Betriebspersonals erarbeitet. Eine Reihe von Schlüsselqualifikationen für Betriebspersonal und die besondere Stellung des Simulatortrainings werden dargestellt.

Neue Wege in der Ausbildung von Kraftwerkern

Jürgen Herzfeld

Die demografische Entwicklung in Deutschland wird zukünftig dadurch geprägt sein, dass deutlich weniger Schulabgänger dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen werden. Für die Kraftwerksbetreiber bedeutet dies, dass neben der Attraktivität der Unternehmen, insbesondere auch die des Berufes „Geprüfter Kraftwerker/Kraftwerkerin (IHK)“, für die Zukunft im Fokus stehen muss. Der Arbeitskreis „Ausbildung von Kraftwerkspersonal“ des VGB hat sich daher mit einem alternativen Weg in der Kraftwerkerausbildung beschäftigt.

Perspektiven der deutschen Braunkohlenindustrie 2009

Matthias Hartung und George Milojcic

Die deutschen Braunkohlenunternehmen haben im Jahr 2008 wirtschaftlich erfolgreich produziert und zugleich an der Zukunftsgestaltung gearbeitet. Mit den Neubaukraftwerken wurde ein Beitrag zur Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen geleistet. Die Braunkohlenförderung lag mit 175 Mio. t im Normalbereich und in den Veredlungsbetrieben wurden etwa 13,5 Mio. t Rohbraunkohle eingesetzt. Rund 92 % der Produktion wurden für die Erzeugung von Strom und Fernwärme in öffentlichen und industriellen Kraftwerken zur Verfügung gestellt.

Untersuchung von Schürung und Mischung auf Rostsystemen von Müll- und Biomasse-Anlagen

Erdem Simsek, Florian Sudbrock, Siegmar Wirtz und Viktor Scherer

Für eine Optimierung des Gesamtprozesses der Verbrennung von Abfällen und Biomasse in Rostfeuerungen sind vor allem die Details der Mischung und Schürung des Brennstoffbetts entscheidend. Dafür wurden experimentelle Untersuchungen vorgenommen und die Ergebnisse genutzt, um eine Simulation auf Basis der Diskrete Elemente Methode zu überprüfen und vergleichende Untersuchungen für verschiedene Rostsysteme durchzuführen. Die Arbeiten wurden im Rahmen eines AiF-Projektes in Kooperation mit dem VGB durchgeführt.

Kurzbericht über die Tätigkeit des VGB PowerTech e.V. 2008/2009

Karl A. Theis

VGB PowerTech e. V., kurz VGB, ist der europäische technische Fachverband der Strom- und Wärmeerzeugung. Die in diesem Bericht zusammengefasste Arbeit von VGB lebt wesentlich von den Unterstützern und Mitarbeitern in den Unternehmen und der Geschäftsstelle, die z.B. die Ausschusstätigkeiten der Competence Center „Kernkraftwerke“, „Fossil befeuerte Kraftwerke“, „Erneuerbare Energien und Dezentrale Erzeugung“ und „Umwelttechnik, Chemie, Sicherheit und Gesundheit“ leiten und betreuen. Bei der Kraftwerksforschung bringt sich VGB über die VGB-Forschungsstiftung ein und fördert wichtige Themen aus Mitteln der fördernden Unternehmen. Zusätzlich zu diesen Arbeiten veranstaltet VGB Seminare, Fachtagungen, Konferenzen und den jährlich stattfindenden Kongress „Kraftwerke“. Diese Tagungen sind weitere Plattformen des internationalen Erfahrungsaustausches – und nicht zuletzt auch diese Fachzeitschrift.