Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 10/2009

Einsatz moderner Gasturbinen im Rahmen des Neubauprogramms der RWE Power AG

Oliver Then

Die Kraftwerksbetreiber stehen vor der Herausforderung, unter gewachsenen Anforderungen hinsichtlich Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sowie Gewährleistung einer hohen Versorgungssicherheit ihren Kraftwerkspark umfangreich zu erneuern. Eine Komponente realisiert RWE Power durch den Einsatz moderner Gasturbinen in GuD-Anlagen und als Vorschaltgasturbinen. Mit höchsten Wirkungsgraden im Dauerlastbetrieb und einer flexiblen Leistungsbereitstellung sind diese optimal im stark nachgefragten Mittel- und Spitzenlastsegment einsetzbar.

V93.0 Gas Turbine Modernisation E.ON Power Plant Franken 1

Wilhelm Kleffner und Marcus Gera

Hohe Preise für Spitzenlast und damit die Erhöhung der elektrischen Leistung im Spitzen- und Mittellastmarkt veranlassen die Kunden zur Einbeziehung der V93.x-Gasturbinen in die Mittel- und Langzeitplanung. Für E.ON Kraftwerke wird die V93.0-Gasturbine im Kraftwerk Franken 1 von Siemens Energy durch den Austausch der Heißgaspfad-Komponenten und einiger Hilfssysteme zu einer V93.1-Gasturbine umgerüstet. Mit einer Leistung von ca. 53 MW bei Grundlast ergibt sich durch den Umbau eine Leistungssteigerung sowohl im Grundlast- als auch im Spitzenlastbetrieb.

Wirtschaftlichkeit und Betriebserfahrungen leistungssteigernder Maßnahmen bei Kombikraftwerken

Christoph Kail, Bert Rukes, Wolfgang Märker, Frank Strobelt, Ingo Weber und Klaus Werner

Maßnahmen zur temporären Erhöhung der Leistung von GuD-Kraftwerken werden vorgestellt und sowohl unter technischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet. Die wirtschaftlichste Art der Leistungserhöhung bei GuD-Kraftwerken ist nasse Verdichtung. Es folgt die Zusatzfeuerung im Abhitzedampferzeuger. Die vorgestellten Maßnahmen können auch zur Stützung der Netzfrequenz eingesetzt werden.

Erfahrungen und Anwendungen mit der innovativen LMS 100 Gasturbine

Klaus Payrhuber und Dennis Rayome

Schneller Start, hoher Wirkungsgrad, hoher Teillastwirkungsgrad und hohe Betriebsflexibilität bei niedrigen Emissionen sind die Hauptanforderungen an neue Spitzenlast-Gasturbinen. Die LMS100® von GE wurde als hocheffiziente Gasturbine entwickelt und basiert auf der erprobten Aeroderivaten Bauweise mit einer Größe vergleichbar mit Heavy Duty Gasturbinen. Erste Betriebserfahrungen und Anwendungen für den europäischen Markt werden vorgestellt.

Entwicklung des Verbrennungssystems für die SGT5-8000H und erste Betriebserfahrungen im Kraftwerk Irsching

Michael Huth

Das Verbrennungssystem für die neue Siemens 50 Hz SGT5-8000H Gasturbine wurde von den kleineren F-Klasse 60 Hz Siemens Gasturbinen skaliert. Dieses Verbrennungssystem wird im Einzelnen erläutert und ausführlich werden die Testmethodik und die Prototyperprobung dargestellt. Abschließend werden neuere Ergebnisse der Prototyperprobung in Irsching dokumentiert.

Zukunftsperspektiven für die Hochtemperaturgasturbine

Christoph Lietmeyer, Yavuz Gündogdu, Oliver. Kleppa, Karsten Oehlert, Arne Vorreiter und  Jörg Seume

Forschungsansätze und -ergebnisse zur Verringerung von Betriebs-, Investitions- und Wartungskosten für stationäre Gasturbinen werden aufgezeigt. Die Steigerung des Verdichterwirkungsgrades, eine Reduzierung der Anzahl der Stufen des Verdichters sowie ein neues Konzept zur Regeneration von Gasturbinen stehen dabei im Vordergrund. Im geplanten Sonderforschungsbereich „Regeneration komplexer Investitionsgüter“ sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur gezielten Regeneration von Gasturbinen geschaffen werden.

Anwendung bewährter Technologien bei der Entwicklung des Titan 250TM Gasturbinensystems

Mark Knodle

Die 22,4 MW Titan 250 Gasturbine und der vergrößerte C85 Pipelinegaskompressor sind die neusten Ergänzungen zur Solar Turbines Produktlinie. Diese Produkte setzen Kerntechnologien wirksam ein, die für eine Vielzahl anderer Produkte entwickelt wurden und bewährt sind. Entwicklungs- und Auslegungsbasis der Titan 250 Gasturbine, beruhend auf Technologien aus dem Bereich Aerodynamik, Wärmeübertragung, Dauerbetrieb und Feuerung von drei bewährten Gasturbinensystemen, werden präsentiert.

Prozessgüteüberwachung – Moderne Informationssysteme zur Effizienzsteigerung der Kraftwerksprozesse.

Andreas Knieschke, Peter Deeskow, Theo Hufmann und Christoph Pels Leusden

Zur Erreichung der bestmöglichen Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen setzen Kraftwerksbetreiber zunehmend Prozessgüteüberwachungssysteme (PGÜ-Systeme) ein. Diese stehen für moderne IT-Applikationen, die online übertragene Prozessdaten verarbeiten, auf dieser Basis energetische Bilanzierungen durchführen und sehr präzise Informationen zur aktuellen Güte des Energieumwandlungsprozesses liefern.

Höchste Performance für „Bandirma“ durch Kombikraftwerkstechnologie

Franz Binder und Nicolas Perl

Der Energiebedarf in der Türkei wächst zurzeit zwischen 8 und 10 % im Jahr, wodurch das Land vor eine große Herausforderung gestellt wird. EnerjiSA, ein Joint Venture zwischen der Sabanci Holding und dem VERBUND engagiert sich daher mit einem bedeutenden Bau- und Investitionsprogramm. In 2007 beauftragte EnerjiSA ein Konsortium von A-TEC Power Plant Systems (A-TEC PPS) und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) zum Bau eines GuD-Kraftwerks mit einer Leistung von 919 MW in der Nähe von Bandirma an der Küste des Marmara Meers zu errichten.

Pre-Engineering Studie für ein hocheffizientes 700 °C-Kraftwerk

Hans-Joachim Meier

Das Vorhaben Pre-Engineering Studie für ein hocheffizientes Kraftwerk mit einer Frischdampftemperatur von 700 °C (Power Plant 700) stellt die erste Stufe für den Bau einer emissionsarmen Kraftwerksanlage dar, die nach Bestätigung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit errichtet werden soll. Es ist als grenzübergreifendes transnationales Vorhaben vorgesehen, dem sich bislang 11 europäische Energieversorgungsunternehmen angeschlossen haben.

Spurenelementeinträge in deutsche Gewässer

Alfons Wolff

Im Dezember 2008 wurde vom Europäischen Rat und dem Parlament der Europäischen Union die Richtlinie 2008/105/EG über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik veröffentlicht. Vorgestellt und diskutiert werden die sich daraus ergebenden Folgerungen der Festlegung von Umweltqualitätsnormen (UQN) zu denjenigen Parametern, die aus Sicht der Kraftwirtschaft bei der nationalen Umsetzung der Richtlinie als relevant zu betrachten sind.

Braunkohleförderung Nochten/Reichwalde – Garant für langfristige Versorgungssicherheit

Siegfried Körber und Wolfgang Ketzmer

Braunkohlenbergbau und Veredlung der Rohkohle haben in der Region Nochten/Reichwalde eine lange Tradition. Die Tagebaubetriebe und Kraftwerke sind im Unternehmen Vattenfall fest verankert. Lagerstättenbedingungen und eine moderne Tagebauausrüstung ermöglichten einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Tagebaue Nochten und Reichwalde über die politische Wende des Jahres1989 hinaus. Zu Hauptabnehmern der geförderten Kohle wurden die modernisierten und neu gebauten Kraftwerksblöcke in Boxberg und Schwarze Pumpe.