Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 11/2009

Demographiemanagement der RWE Power AG und die besondern Herausforderungen des Schichtwechsels

Matthias Franzkowiak, Michael Schmitz und Christian Feldhaus

In einem umfangreichen Prozess entwickelt RWE Power Strategien für das Demographiemanagement der Zukunft. Ein besonderer Fokus liegt auf den Herausforderungen, die sich aus der Altersstruktur der Belegschaft im Zusammenhang mit der Wechselschicht ergeben. Ein umfassender Maßnahmenkatalog befindet sich derzeit in der Umsetzung. Die vorgestellten Maßnahmen tragen dazu bei, vorausblickend auf zukünftige demographische Entwicklungen und die sich hieraus ergebenden Herausforderungen gezielt reagieren zu können.

Determinanten und Stand des Europäischen Arbeitsschutzrechts - Erfahrungen in Deutschland

Ralf Pieper und Miriam Gärtner

Entwicklung und Stand des Arbeitsschutzrechts in Europa und Deutschland werden vorgestellt. Die Rechtsetzung in diesem Bereich ist eng verknüpft mit gesellschaftlichen, ökonomischen, technischen und politischen Prozessen. Der europäische Einigungsprozess hatte und hat dabei einen intensiven Einfluss auf die nationale Arbeitsschutzpolitik und das -recht, insbesondere in Deutschland. Generell erweitert sich der inhaltliche Rahmen des Arbeitsschutzes im Sinne einer neuen Qualität der Arbeit.

Kraftwerksnebenprodukte in Europa - Entwicklungen und Trends

Nicolai Bech und Hans-Joachim Feuerborn

Über 61 Mio. t an Kraftwerksnebenprodukten sind im Jahr 2007 in Europa (EU-25) hergestellt worden. Die Verwendung der Kraftwerksnebenprodukte wird durch die Umweltgesetzgebung und die Marktliberalisierung beeinflusst. Ein Überblick zu Herstellung und Verwendung von Kraftwerksnebenprodukten in Europa wird gegeben und insbesondere die Weiterentwicklungen auf Basis der neuen Abfall-Rahmenrichtlinie (Definition "Nebenprodukt" und "Ende-der-Abfalleigenschaft") und der REACH-Verordnung diskutiert. Die Überarbeitung technischer Normen wird weiter erörtert.

Registrierung von Kraftwerksnebenprodukten gemäß der REACH-Verordnung

Hans-Dieter Kehrmann

Große Mengen an Reststoffen aus der Kohleverstromung werden als Nebenprodukte bzw. als Stoffe vermarktet und sind kein Abfall. Auch Abfälle, die in einem Aufbereitungs-Prozess ihre Abfalleigenschaft verlieren, sind Stoffe im Sinne von REACH und unterliegen somit den Anforderungen dieser Verordnung. Deshalb folgten viele Unternehmen den Empfehlungen von VGB und ECOBA und veranlassten die Vorregistrierung von Gips und Aschen als Phase-in-Stoffe. Mithilfe der beteiligten Verbände wird die termingerechte Erstellung und Übermittlung (bis zum 1. Dezember 2010) der Registrierungsdossiers an die Europäische Chemikalienagentur sichergestellt.

Produktion und Verwendung von Nebenprodukten aus Kohlekraftwerken

Thomas Eck und Karl-Heinz Puch

Bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken entstehen in Deutschland jährlich über 25 Mio. t Kraftwerksnebenprodukte, die nahezu vollständig vermarktet werden. Die Nebenprodukte werden z.B. als qualitätsüberwachte Roh- und Baustoffe in der Bauindustrie oder im Rahmen von Verfüllungs- und Rekultivierungsmaßnahmen im Braunkohletagebau eingesetzt. Die Ergebnisse der jährlich seitens VGB durchgeführten Erhebung zur Produktion und Verwendung von Kraftwerksnebenprodukten der Jahre 1997 bis 2007 werden präsentiert.

Forschung zur Verwendung von Kraftwerks-nebenprodukten - Projekte gefördert durch die VGB-Forschungsstiftung

Thomas Eck und Hans-Joachim Feuerborn

Der Einsatz von Kraftwerksnebenprodukten als Rohstoffe für die Bauindustrie ist in Deutschland seit Langem etabliert. Dieser Status resultiert zum einen aus der langjährigen Forschungsaktivität zum Nachweis der Eignung der Kraftwerksnebenprodukte für bestimmte Anwendungen und zum anderen aus der Umsetzung der Forschungsergebnisse in Pilotprojekten. Weiterhin ist aufgrund von Rahmenbedingungen Forschungsbedarf vorhanden. Die von der VGB-Forschungsstiftung geförderten Projekte dienen sowohl dem Erhalt und der Absicherung bestehender Anwendungsgebiete wie auch der Erschließung neuer Verwendungsmöglichkeiten.

Überlegungen zur Nutzung von Hausmüll

Ulrich Grabenhorst

Für die Beseitigung bzw. wirtschaftliche Nutzung von Hausmüll ist die Kenntnis der Inhaltsstoffe von ausschlaggebender Bedeutung. Dazu wird eine Methode beschrieben, die unter gewissen Annahmen eine derartige Beurteilung gestattet. Die Betrachtung bezieht sich auf die Herstellung von Sekundärbrennstoff aus Haushaltsmüll ohne gewerbliche oder industrielle Produktionsabfälle. Nicht berücksichtigt werden die mechanisch-biologische Erzeugung von "Trockenstabilat" und das "direkte Recycling".

Brandmeldesysteme in Kohlekraftwerken

Jörg Kelleter und Lothar Marth

Eine zuverlässige Brandfrüherkennung kann eine Ausbreitung des Feuers und damit erhebliche Schäden vermeiden. In Kohlekraftwerken stellt diese Früherkennung aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen hohe Anforderungen an die Technik. Brandgasmelder, Infrarotmelder, faseroptische lineare Wärmemelder sind dazu eingesetzte Erkennungssysteme. In problematischen Bereichen können auch Videokameras mit intelligenten Systemen zur Videoanalyse zur Früherkennung sowie zur Verifikation von Alarmen eingesetzt werden.

Moderne Löschtechnik im Kraftwerk mit Hochdruck-Wassernebel

Rüdiger Kopp

Ein Ausfall von Kabelkanälen durch Brandwirkung als besonders sensibler Bereich in Kraftwerken führt zu erheblichen Behinderungen in der Energieversorgung sowie im Steuerungsprozess bzw. zum Totalverlust der Steuerfähigkeit einer Anlage. Daneben ist eine Brandverschleppung möglich. Das Gefahrenpotenzial lässt sich durch den Einsatz von automatischen stationären Brandbekämpfungsanlagen in Verbindung mit adäquater Branderkennung wirkungsvoll reduzieren. Hochdruck-Wassernebel stellt dabei ein besonders effektives Löschmedium dar.

Messungen mineralischer Stäube an Arbeits-plätzen in Kohlekraftwerken - Hilfen zur Gefährdungsermittlung

Margret Böckler und Reinhard Lux

Werden an Arbeitsplätzen in Kraftwerken Tätigkeiten mit mineralischen Stäuben durchgeführt oder gelangen verfahrens- oder tätigkeitsbedingt derartige Stäube in die Arbeitsplatzluft, muss der Betreiber die damit verbundenen Gefährdungen der Beschäftigten ermitteln und entsprechende Schutzmaßnahmen festlegen. Um Hilfestellung bei dieser Ermittlungspflicht zu geben, hat die "Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro" Arbeitsplatzmessungen in Kohlekraftwerken durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine weitgehende Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte. Weitere Staubmessungen befinden sich in Planung.

Roststabschäden am Walzenrost eines MVA-Kessels mit Gleichstromfeuerung - Ursachen und Lösungsansatz

Jens Wiese, Klaus Führer und Bernhard Mathias

Untersuchungen zu Roststabschäden am Walzenrost des vierten Kessels des MHKW Karnap werden vorgestellt. Mithilfe einer Werkstoffanalyse wurde eine thermische Überbelastung der beschädigten Roststäbe nachgewiesen. Zwei Lösungsansätze zur zukünftigen Vermeidung werden diskutiert, wobei ein Ansatz die Anpassung der Feuerleistungsregelung und der andere die Auswahl eines alternativen Werkstoffes beinhaltet. Präferiert wird der Austausch des eingesetzten Werkstoffes (EN-GJL 200) gegen einen thermisch beständigeren.