Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 12/2005

VGB-Kongress „Kraftwerke 2005“

Der VGB-Kongress „Kraftwerke 2005“ fand vom 28. bis 30. September 2005 in Krakau/Polen statt. Leitthema war „Power Meets Kyoto – Energy and Environment in the EU 25“. Rund 900 Teilnehmer aus dem In- und Ausland nutzten in der Plenar- und den Fachveranstaltungen zu den Themenkreisen „Markt und Wettbewerb“ sowie „Technik, Betrieb und Umwelt“ die Gelegenheit zur Information und Diskussion. Spezifische Beiträge setzen sich mit weiteren Themen auseinander, so den Energieperspektiven in Mittel- und Osteuropa, den ersten Erfahrungen mit dem CO2-Emissionshandel und der europäischen Forschungs- und Entwicklungsstrategie für eine saubere Stromerzeugung. Ein umfangreiches Rahmenprogramm und Technische Besichtigungen rundeten den Kongress ab.

Best Available Technique – Vorgaben für ein hohes Niveau der Abfallverbrennung in Europa

Bernt Johnke

Für den Abfallsektor wurden im Rahmen des sog. Sevilla-Prozesses zwei Referenz Dokumente über die Best Available Technique (BREF) der Abfallverbrennung (WI) und die Abfallbehandlung (WT) erarbeitet. Die sog. Final Drafts zu den beiden BREF's vom Mai 2005 sind Ende Juni 2005 im IEF (Information Exchange Forum) in Brüssel von den Mitgliedsstaaten verabschiedet worden. Mit diesen BAT-Vorgaben wird das hohe Niveau der Abfallverbrennung - wie es in einigen Mitgliedsstaaten bereits seit vielen Jahren Standard ist - zum Standard für Europa.

Errichtung und erste Betriebserfahrungen der Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieverwertungs-Anlage TREA Breisgau

Michael Höling

Das Konzept und die Funktionsweise der thermische Restabfallbehandlungs- und Energieverwertungsanlage (TREA) Breisgau sowie die ersten Betriebserfahrungen werden beschrieben. Die TREA Breisgau ist eine 1-linige konventionelle Rostfeuerungsanlage mit einem stündlichen Durchsatz von 20 t und einer Jahreskapazität von 150.000 t bei einem Auslegungsheizwert von Hu = 11.000 kJ/kg.

Modernes Baustoffmanagement am Beispiel von Steinkohlenflugasche

Heinz-Peter Backes, Dirk Brandenburger und Matthias Meißner

Bei der Verwertung von Kraftwerksnebenprodukten und insbesondere beim Einsatz von Steinkohlenflugaschen als Betonzusatzstoff nimmt Deutschland heute einen weltweit führenden Platz ein. Dies ist auf ein seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziertes stets modernes Baustoffmanagement zurückzuführen. Aktuelle Aufgaben zeigen, wie durch modernes Baustoffmanagement die Einsatzmöglichkeiten von Steinkohlenflugasche und damit nachhaltige Bauweisen weiter gesteigert werden können.

Produkte aus der Kohleverbrennung in Europa - Wertvolle Rohstoffe für die Bauindustrie

Wolfgang vom Berg und Hans-Joachim Feuerborn

Produkte aus der Kohleverbrennung (CCPs) entstehen bei der Energieerzeugung in kohlebefeuerten Kraftwerken. Die Menge dieser Mineralstoffe ist wegen der gesetzlichen Anforderungen an die Rauchgasreinigung seit Jahren gestiegen. Aufgrund langjähriger Erfahrungen, technischer und ökologischer Vorteile hat sich die Nutzung dieser Mineralstoffe aus Kohle in einigen europäischen Ländern lange bewährt. Da Produkte aus der Kohleverbrennung nach geltendem Recht als Abfall zur Verwertung eingestuft sind, wird deren vorteilhafte Nutzung behindert.

Flugasche für Beton - Qualitätsmanagement eines Bauproduktes im Kraftwerk

Dino Brosch

Die Produktion und Vermarktung von Flugasche für Beton nach DIN EN 450 liefert heute einen nennenswerten Beitrag zum wirtschaftlichen Betrieb eines Kraftwerks. Um die rechtlichen und technischen Anforderungen an die Flugasche zu erfüllen, betreibt STEAG bei der Herstellung von Flugasche ein umfangreiches Qualitätsmanagement. Zur effizienten Gestaltung der Abläufe und Dokumentation kommen unterschiedliche DV-gestützte Betriebsführungssysteme zum Einsatz.

Betontechnik und Ausführung im Los Nord der ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt, insbesondere der Tunnel Offenbau

Jörg-Peter Wagner und Michael Willmes

Im Zuge der Baumaßnahmen für die ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt wurden im Los Nord über 500.000 m³ Beton verarbeitet. Zur Optimierung der Betonzusammensetzungen wurden für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle Betone mit Flugasche entwickelt. Der Einsatz von Flugaschebetonen hat sich bei den unterschiedlichsten Einsatzzwecken als technisch und wirtschaftlich sehr sinnvoll erwiesen. Insbesondere bei massigen Bauteilen sind flugaschehaltige Betone zu bevorzugen.

REA-Gips - Ein Rohstoff für die Gipsindustrie

Rolf Hüller und Hans-Jörg Kersten

Seit Beginn der nassen Entschwefelung von Rauchgasen vor mehr als 25 Jahren wird Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen - REA-Gips - als Rohstoff in der Europäischen Gipsindustrie eingesetzt. Seitdem wurden jährlich zunehmende Mengen REA-Gips in der europäischen Gipsindustrie genutzt. Seit Beginn der 70er Jahre wurden insgesamt mehr als 100 Mt REA-Gips in Stein- und Braunkohlekraftwerken hergestellt. Im Jahr 2003 wurden in 17 europäischen Ländern 15 Mt REA-Gips hergestellt; der größte Anteil davon, über 7,5 Mt, allein in Deutschland.

Kostenoptimierende Anwendung von Fuzzy Control in Müllverbrennungsanlagen

Thomas Kempin, Peter Knoop, Henrik Zahn und Christian Gierend

Zur Weiterentwicklung der thermischen Abfallbehandlung wird auch die Einsatzmöglichkeit von Regelungskonzepten auf der Basis der Fuzzy Logic im Abfallbehandlungswerk Nord, Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR, untersucht. Ziel dieser Entwicklungsvorhaben ist vor allem, die Feuerungsleistungsregelung zu optimieren. Das Grundprinzip der Fuzzy Logic erscheint gerade für die Lösung dieser Problemstellung besonders geeignet.

Systemmigration auf Standard-Prozessbedientechnik im Kraftwerk

Klaus Liedtke, Bernd Kinnen und Monika Hennesen

Nur mit einer langen Lebensdauer garantiert die Kraftwerksleittechnik dem Kraftwerksbetreiber einen rentablen Einsatz. In der Realität jedoch haben die einzelnen Bestandteile der Blockleittechnik unterschiedliche Lebenszyklen. Das Für und Wider eines Standard-Prozessbediensystems in der Modernisierung der Prozessführungsebene eines Kraftwerksblocks werden diskutiert.

Erhöhte Sicherheit und Anlageneffizienz dank Reinigung mit dosierten Gasexplosionen.

Markus Bürgin und Hans Rüegg

Eine der Problematiken für eine korrekte Auslegung eines Kessels einer thermischen Abfallverwertungsanlage liegt darin, dass die Müllzusammensetzung oder die Umweltvorschriften sich ebenso schnell ändern, wie die Anlagenbauer ihre gemachten Erfahrungen der letzten Anlagen in die neuesten Auslegungsrichtlinien einbinden können. Kessel-Verschmutzungen stellen ein spezielles Problem dar.
Das Grundprinzip einer Reinigungstechnologien basierend auf einem explosionsfähigen Gasgemisch wird dargestellt.

Prozessgüteüberwachung - Ein einfaches Tool zur nachhaltigen Verbesserung der Betriebsführung und Effizienz

Michael J. Frank und Josef Mylonas

Der Einsatz einer Online-Prozessgüteüberwachung (PGÜ) unterstützt hierbei den Blockfahrer bei der Optimierung der Betriebsweise, um die maximal mögliche Anlagenleistung anzusteuern. Im Beitrag werden die Entwicklung, Inbetriebnahme und Ergebnisse der Einführung eines Systems zur Online-Prozessgüteüberwachung in einem deutschen mit Steinkohle gefeuerten Kraftwerk dargestellt.

Verlängerung der Reisezeit für Müllverbrennungsanlagen und Biomassekessel durch optimierte On-Load Reinigungstechnologie

Jurgen Bruggeman und Stephan Simon

Der schwankende und zeitweise hohe Heizwert von Hausmüll sowie Biomasse führt verstärkt zu Verschmutzungen in den Leerzügen der Verbrennungsanlagen. Für den Anlagenbetreiber entstehen dadurch erheblich Betriebsprobleme und häufige Zwangsstillstände verbunden mit Produktionsausfällen. Im Beitrag werden dazu die Wasserlanzenbläsertechnologie sowie das Shower Cleaning System vorgestellt.