Zusammenarbeit mit Indien stärken

Der VGB und Mitgliedsunternehmen nahmen an drei großen Energieevents in Indien teil und berichteten über Erfahrungen im flexiblen Kraftwerksbetrieb und in nachhaltiger Energieversorgung.

Der Besuch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vom 31. Oktober bis 1. November 2019 in Indien war Anlass für das 8. Treffen des Deutsch-Indischen Energieforums (IGEF). Acht Umsetzungsvereinbarungen und MoUs im Wert von mehr als 200 Millionen Euro haben das indische Energieministerium und das Ministerium für erneuerbare Energien mit ihren deutschen Counterparts unterzeichnet. Das Forum fand am 1. November 2019 statt und wurde von Sanjiv Nandan Sahai, Staatssekretär (indisches Energieministerium), und Christian Hirte, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Deutschland, gemeinsam geleitet. Beide Ko-Vorsitzenden erhielten Informationen über die laufende Zusammenarbeit bei der Flexibilisierung thermischer Kraftwerke, erneuerbaren Energien, nachfrageseitiger Energieeffizienz und „green energy corridors“.

Flexibilisierung thermischer Kraftwerken ist ein zentrales Thema

Der VGB arbeitet seit vielen Jahren aktiv an dem Thema Flexibilisierung indischer Kohlekraftwerke mit. Gemeinsam mit Partnern wie Siemens und Steag Energy Services untersuchte der VGB das Flexibilitätspotenzial zweier NTPC-Anlagen – am Beispiel der 210-MW- und 500-MW-Blöcke der Kraftwerke Dadri und Simhadri. Dabei ist es gelungen, die Ergebnisse der Studien erfolgreich in Testläufen zu verifizieren. Diese Testläufe wurden im Block 6 des Kraftwerks Dadri mit einem stabilen Mindestlastbetrieb von 40 Prozent erfolgreich durchgeführt. Diese Erkenntnisse lieferten den indischen Entscheidungsträgern wichtige Impulse für die Anpassung des landesweiten Regulierungsrahmens für den Teillastbetrieb.

Podiumsdiskussion auf dem 8. Deutsch-Indischen Energieforum in Neu-Delhi am 1. November 2019, Quelle: IGEF

"Wir sind sehr daran interessiert, die Aktivitäten des Forums weiter zu unterstützen", sagte Dr. Oliver Then, Geschäftsführer des VGB, während der IGEF-Podiumsdiskussion zum Thema "Markt- und Systemintegration erneuerbarer Energien". Er wies auf die Bedeutung einer flexibel regelbaren Stromerzeugung für eine erfolgreiche Umgestaltung des Energiesystems hin.

Dr. Then übermittelte dieselbe Botschaft auf dem „Nationalen Seminar“ des Excellence Enhancement Centers (EEC) – der indischen Partnerorganisation des VGB –, das am selben Tag stattfand. Bei dieser Veranstaltung teilten auch Marinus Tabak, Leiter des RWE-Kraftwerks Eemshaven, und Rainer Aulfinger von Siemens ihre Erfahrungen im flexiblen und umweltschonenden Betrieb von Kraftwerken mit den ca. 100 Teilnehmern.

Darüber hinaus hielt Dr. Then einen Keynote-Vortrag auf der „National Conference on Advanced Ultra Super Critical Technology”. Diese Konferenz fand am 30. und 31. Oktober 2019 in Hyderabad statt. Unter der Schirmherrschaft der indischen Regierung setzt ein Konsortium aus NTPC, BHEL und IGCAR (Indira Gandhi Center of Atomic Research) ein F&E-Programm um, das auf die Installation einer 800 MW-Einheit mit Dampfparametern von mehr als 300 bar und 710°C/720°C abzielt. Von März bis September 2019 führte der VGB eine Peer Review zum wasserchemischen Konzept der Demonstrationsanlage durch.

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